Der 1. Januar 2026 markiert einen Wendepunkt für die Schweizer Elektrobranche. Mit dem Inkrafttreten der neuen Bildungsverordnungen (BiVo 2026) wird die Ausbildung von Elektroinstallateuren, Montage-Elektrikern und Elektroplanern grundlegend neu ausgerichtet. Ziel ist eine moderne, praxisnahe Grundbildung, die den steigenden Anforderungen von Digitalisierung, Energiewende und Fachkräftemangel gerecht wird.
Die BiVo 2026 der Elektrobranche betrifft Ausbildungsbetriebe, Lernende, Fachkräfte und Unternehmen gleichermassen – und wird mittelfristig auch Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Löhne und Recruiting haben.
Warum die BiVo 2026 notwendig war
Die Elektrobranche hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Themen wie Photovoltaik, Gebäudeautomation, Ladeinfrastruktur, Energiemanagement und vernetzte Systeme gehören heute zum Alltag.
Die bisherige Ausbildung konnte dieses Tempo nur noch bedingt abbilden. Die BiVo 2026 ist die Antwort der Branche auf diese Entwicklung.
Ziel der Reform ist es, Fachkräfte auszubilden, die:
- vernetzt denken
- selbstständig handeln
- komplexe Systeme verstehen
- praxisnah Probleme lösen können
Was ist neu? Die Kernpunkte der BiVo 2026
Die Reform betrifft insbesondere folgende Berufe:
- Elektroinstallateur/in EFZ
- Montage-Elektriker/in EFZ
- Elektroplaner/in EFZ
Handlungskompetenzen statt Fächerdenken
Die Ausbildung orientiert sich neu an konkreten Arbeitssituationen. Lernende erwerben Kompetenzen entlang realer Aufgaben statt isolierter Schulfächer.
Digitalisierung & Vernetzung
Bestandteile der Grundbildung sind neu unter anderem: Gebäudeautomation, E-Mobilität und Ladeinfrastruktur, PV-Anlagen und Speichersysteme sowie digitale Planung und Dokumentation.
Nachhaltigkeit & Energieeffizienz
Der Fokus auf erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und Energiemanagement wird deutlich gestärkt.
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: die „BiVo-Generation“
Ab Sommer 2026 treten die ersten Fachkräfte mit Ausbildung nach neuer BiVo in den Arbeitsmarkt ein. Das hat mehrere Konsequenzen:
Höhere Qualifikation
Berufseinsteiger werden breiter ausgebildet sein, insbesondere an den Schnittstellen zu IT, Automation und Energie.
Schnellere Spezialisierung
Die neue Struktur erleichtert frühe Schwerpunkte, z.B.: Photovoltaik, Service & Instandhaltung, Gebäudeautomation oder Energiemanagement.
Einfluss auf das Lohngefüge
Kompetenzen in diesen Bereichen werden bereits bei Berufseinsteigern höher bewertet. Der Elektroinstallateur Lohn wird sich künftig stärker an tatsächlichen Fähigkeiten als nur an Berufsjahren orientieren.
Recruiting-Herausforderungen für Unternehmen ab 2026
Die BiVo 2026 löst den Fachkräftemangel nicht, sie verändert ihn.
Stelleninserate müssen angepasst werden
Unternehmen sollten nicht mehr nur nach „Erfahrung“ suchen, sondern gezielt nach: Handlungskompetenzen, Systemverständnis, digitalen Fähigkeiten.
Weiterbildung bestehender Mitarbeitender
Damit erfahrene Fachkräfte nicht den Anschluss verlieren, wird gezielte Weiterbildung zentral, z.B. in Richtung Elektro-Projektleitung oder Spezialisierung.
Employer Branding gewinnt an Bedeutung
Betriebe, die modern ausbilden und die BiVo aktiv leben, positionieren sich klar als attraktive Arbeitgeber.
Fazit von Roger Germ: „Die BiVo 2026 ist ein Qualitätsversprechen“
Die BiVo 2026 ist ein notwendiger und richtiger Schritt. Für Fachkräfte bedeutet sie eine Aufwertung des Berufsbildes, für Unternehmen die Chance, Qualität und Effizienz nachhaltig zu steigern.
Als spezialisierte Personalberatung beobachten wir bereits heute, wie sich Anforderungsprofile verändern. Klar ist: Lohn, Marktwert und Karrierechancen werden künftig noch stärker an reale Kompetenzen gekoppelt sein.
Autor: Roger Germ
Position: Headhunter & Personalberater Energie
Roger Germ ist Inhaber der Roger Germ AG – Personalberatung & Headhunting. Wir bringen Unternehmen aus der Energie- und Elektrobranche mit passenden Fach- und Führungskräften zusammen. Kompetent, empathisch und persönlich.
Häufige Fragen
Was bedeutet BiVo 2026?
BiVo steht für Bildungsverordnung. Die BiVo 2026 regelt die neue Grundbildung in den Elektroberufen in der Schweiz.
Seit wann gilt die neue BiVo?
Die neue Bildungsverordnung ist seit 1. Januar 2026 in Kraft.
Welche Berufe sind betroffen?
Elektroinstallateur EFZ, Montage-Elektriker EFZ und Elektroplaner EFZ.
Hat die BiVo 2026 Einfluss auf den Lohn?
Indirekt ja. Neue Kompetenzen erhöhen den Marktwert, insbesondere in spezialisierten Bereichen.
Was bedeutet die BiVo für Unternehmen?
Höhere Anforderungen an Ausbildung, Recruiting und Weiterbildung – aber auch bessere Fachkräfte.